Keine IT-Mindeststandards im betrieblichen Teil der Dualen Berufsausbildung

In der Dualen Berufsausbildung sind curricular für den betrieblichen Teil der Ausbildung die Ausbildungsordnungen und für den schulischen Teil die Lehrpläne maßgeblich. Ausbildungsordnungen werden von Fachleuten gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erarbeitet und mit den Rahmenlehrplanentwürfen abgestimmt (BIBB, 2015). Mindeststandards für die IT-Kompetenz der Auszusbildenden sind für den betrieblichen Teil nicht vorgesehen.

Ein zentraler Teil einer Ausbildungsordnung ist das Ausbildungsberufsbild, d. h. kurz beschriebene typische „Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten“ des Berufs. Bei der Erarbeitung werden sogenannte Standardberufsbildpositionen berücksichtigt. So wird beispielswiese seit längerer Zeit in jeder Ausbildungsordnung die Position „Umweltschutz“ verankert. In der Diskussion um die Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung wird herausgestellt, dass auf diese Weise der Umweltschutzgedanke im betrieblichen Teil der Ausbildung verankert wird.

Mit dem Instrument der Standardberufsbildposition bestände die Möglichkeit, die neuen Kompetenzanforderungen in Folge von Industrie 4.0 dauerhaft zu verankern, und zwar bundesweit und bundeseinheitlich. Ausbildungsordnungen regeln Mindestanforderungen an eine zeitgemäße Ausbildung. Jedem Ausbildungsbetrieb steht frei, darüberhinausgehend IT-Standards in der eigenen Ausbildung zu verankern.

[Bild: Bosch, Ausbildung bei Bosch, www.bosch.com]

 

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