Keine IT-Mindeststandards im schulischen Teil der Dualen Berufsausbildung

In der Dualen Berufsausbildung sind für den schulischen Teil der Ausbildung die Lehrpläne und für den betrieblichen Teil die Ausbildungsordnung maßgeblich. Die schulischen Lehrpläne der einzelnen Bundesländer richten sich dabei nach den Rahmenlehrplänen, die von Expertinnen und Experten unter Federführung der Kultusministerkonferenz (KMK) erarbeitet werden.

Für den berufsspezifischen Bereich erfolgt die Erarbeitung nach den sogenannten Handreichungen (Veröffentlichung der KMK vom 23.09.2011). In diesem Verfahren sind – im Gegensatz etwa zu Fremdsprachenkompetenzen – keine IT-Kompetenzen zu integrieren. Die Handreichungen setzen hier andere Beschlüsse um. So hat der Unterricht in der Berufsschule nach der Rahmenvereinbarung über die Berufsschule (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.03.2015) die Fremdsprachenkompetenz der Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Bedeutung in den jeweiligen Ausbildungsberufen zu vertiefen. Der Bildungsauftrag der Berufsschule wird hier flankiert über eine Rahmenvereinbarung über die Zertifizierung von Fremdsprachenkenntnissen in der beruflichen Bildung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 20.11.1998 i.d.F. vom 27.06.2008). Diese Vereinbarung weist Kompetenzbereiche und verschiedene Kompetenzstufen aus. Diese orientieren sich an dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER).

Die Lehrpläne für den berufsübergreifenden Bereich liegen in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer, die ihre Gestaltungshoheit auch weidlich nutzen. Einzige Ausnahme ist die Vereinbarung über Elemente für den Unterricht der Berufsschule im Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde gewerblich-technischer Ausbildungsberufe (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 07.05.2008)

Wie beim betrieblichen Teil der Ausbildung zeigt sich auch im Bereich des schulischen Teils der Ausbildung, dass keine curricularen Standards als Reaktion auf Industrie 4.0 verankert werden. Für den berufsspezifischen Bereich könnte dies durch entsprechende Beschlüsse zur Erweiterung des Bildungsauftrags der Berufsschule und damit in Folge durch eine Überarbeitung der sog. Handreichungen geschehen – und zwar nach dem Vorbild von Fremdsprachenkompetenzen. Für den berufsübergreifenden Bereich könnten analog der Wirtschafts- und Sozialkunde curriculare Mindeststandards verankert werden.

[Bild: Kaeser Kompressoren, Hochwertige Ausbildung, www.kaeser.de]

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